Eilmeldung:

Umso unverständlicher erscheint es unter diesem Aspekt, wenn die bundesdeutsche Regierung im Jahr 2012, die Folgen der ersten Infektionswelle mit SARS-Viren waren gerade überstanden, das RKI mit der Erstellung einer Risikoanalyse beauftragt, welche die Auswirkung eines SARS2-Erregers deutlich machen sollte, und diese Studie, die sich wie eine Blaupause der jetzigen Geschehnisse darstellte, trotz einer Verpflichtung zum Katastrophenschutz, unbeachtet in der Schublade verschwinden lässt. Dass in den acht Jahren bis zum Auftreten der SARS2-Viren nicht nur präventive Vorbereitungen unterlassen wurden, sondern sogar Katastrophenschutzeinrichtungen zurückgebaut und die Zahl der Krankenhausbetten stark reduziert wurde, spricht eine deutliche Sprache zum Versagen der Politik, die selbst heute in den Tagen der Pandemie der Privatisierung des Gesundheitssystems immer noch das Wort redet. Dazu passt es, wenn diese auf Gewinn ausgerichteten Krankenhausunternehmen darüber klagen, dass sie durch die zu behandelnden COVID-Patienten in eine wirtschaftliche Notlage geraten. Offensichtlich können währenddessen nicht mehr genügend sogenannte Fallpauschalen abgerechnet werden, die auf Kosten der Krankenkassen einen überaus lukrativen Gewinn für die Eigentümer der von privater Hand betriebenen Krankenhäuser abwerfen.

 

Ist bereits im Vorfeld der nun verifizierten Pandemie die Strategie der unter der politischen Führung der Kanzlerin Angela Merkel agierenden Bundesregierung zu tadeln, so kann das, was seit dem Frühjahr 2020 diesbezüglich geschieht, nur noch mit fassungslosem Staunen zur Kenntnis genommen werden.

Wo blieb im Sommer 2020 die Vorstellung eines strategischen Planes zur Bekämpfung der Pandemie, wo blieb die Digitalisierung der Schulen, wo blieb die Ausrüstung der Unterrichtsräume mit mobilen Luftfiltern, wo blieben handhabbare und ergebnissichere Testverfahren für jedermann, wo die erforderlichen funktionsfähige Masken? Nun gut, das muss hier eingeräumt werden, Letztere boten den korrupten Hinterbänklern von CDU und CSU zumindest die Gelegenheit, einen Coup zu landen, was dann mit der „Transparenznummer“ noch ein Sahnehäubchen erfuhr. Das Ganze dürfte, wie die Erfahrung zeigt, nur die berühmte Spitze des Eisberges sein und scheint, wenn man den Machern der Fernsehsendung „Extra 3“ Glauben schenken darf, von Bayern bis ins Brüsseler EU-Parlament zu reichen.

 

Anstatt die besonders gefährdeten Personengruppen, wie Alte und Schwache, besonders zu schützen, wird dort, wo punktgenau zu agieren wäre, mit dem flächendeckenden Hammer eines Ausgangsverbots, auf neudeutsch Lockdown, zugeschlagen. Und worauf beruht diese Entscheidung unserer Regierung, die dabei unter Missachtung aller parlamentarischen Regeln die Rechte der Bundestagsabgeordneten mit Füßen tritt? Zunächst auf der Reproduktionszahl R, welche die Anzahl der Personen, die ein Covid-19-Infizierter im Durchschnitt angesteckt, beschreibt, und im Weiteren auf der 7-Tage-Inzidenz, also auf der Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Beide Zahlen, die das Robert-Koch-Institut (RKI) in Zusammenarbeit mit den rund 400 Gesundheitsämtern liefert, werden dabei hinsichtlich einer Entscheidung für oder gegen einen Lockdown bzw. Vorfeldmaßnahmen recht flexibel und für den betroffenen Bürger sehr verwirrend interpretiert, was in erster Linie dem föderalen System unseres Staates geschuldet ist.

Ursprünglich sollte bei der hier erforderlichen Erfassung der Infektionsketten eine Corona-Warn-App den Gesundheitsämtern die notwendige technische Unterstützung liefern. Leider war auch dieses Bemühen der Verantwortlichen in Verwaltung und Politik nicht von Erfolg gekrönt und endete bislang in einem Desaster.

 

 

 

 

Die Berechnung der 7-Tage-Inzidenz beruht auf der Zahl der durch Tests ermittelten Neuinfektionen und berücksichtigt dabei weder die Validität der Testverfahren noch die Anzahl der vorgenommenen Tests. So wird momentan der sogenannte PCR-Test (Polymerase Chain Reaction), dessen Einsatz von Wissenschaftlern eher in der Forschung gesehen wird, verwendet, der kleinste Teile des viralen Erbmaterials, also auch nicht infektiöse Bruchteile eines Virus, derart vervielfältigt, dass auch die ehemalige Existenz des Virus mit hoher Treffsicherheit nachgewiesen werden kann. Auf diese Weise werden auch Personen ohne aktive Coronaviren positiv getestet. Daher wird vermehrt die Angabe des Ct-Wertes gefordert, der die Viruslast angibt, was bisher durch die Labore nicht immer geschieht. Hinzu kommt, dass sich nach neuesten Erkenntnissen die PCR-Methode bei neu aufgetretenen Virus-Mutationen unwirksam zeigt.

Beim daneben zur Verfügung stehenden Antigentest wird die Probe auf die Proteinhülle des Virus getestet. Diese Methode ist weniger zuverlässig, da lediglich das Vorhandensein eines Virusproteins bestätigt wird, jedoch keine Aussage über infektiöse Viren gemacht werden kann.

Inzwischen gibt es, wie wohl allen bekannt, die Schnelltests für jedermann, womit sich jeder selbst auf das Corona-Virus testen kann. Hierbei handelt es sich um einen Antigentest mit einem Lateral-Flow-Device, also etwas im Schwangerschaftstestformat, der allerdings auch nicht die erforderliche Ergebnissicherheit bietet.

Beide Testformen müssen bei einem positiven Ergebnis durch einen PCR-Test bestätigt werden. Stellt sich die Frage nach den Mutanten, die sich einem PCR-Test verweigern.

 

Weitere Bedenken hinsichtlich der angewandten Methodik bestehen ebenfalls aus mathematischer bzw. statistischer Sicht, da, um die Entwicklung des Infektionsgeschehens anhand des Inzidenzwerts, der interessanter Weise mit dem interkulturellen Bevölkerungsanteil zu korrespondieren scheint, beurteilen zu können, unbedingt die Anzahl der zu Grunde liegenden Tests erforderlich ist.

 

Ach ja, da war doch noch was? Richtig! Die „Impfstoff-Posse“!

Epidemiologen und Virologen waren von heute auf morgen gefordert, einen Impfstoff gegen das plötzlich auftretende Virus zu entwickeln. Trotz aller Schwierigkeiten gelang das einigen Pharmaunternehmen recht schnell, wie z. Bsp. Biontech/Pfizer, Moderna und AstraZeneca.

Hatte man bisher Jahre gebraucht, um einen sicheren Impfstoff zu entwickeln, so gelang das jetzt erstaunlicher Weise in Rekordzeit! Allerdings zeigte es sich, dass diesen Vakzinen doch noch Kinderkrankheiten anhaften. Da die Zeit für klärende Versuchsreihen fehlte, werden diese jetzt an den eigentlich zu schützenden Menschen durchgeführt. Als besonders negativ hat sich dabei das Produkt der Firma AstraZeneca erwiesen. Nach Verabreichung haben die Probanden nicht nur eine übermäßig starke Immunreaktion gezeigt, sondern es kam auch, laut des renommierten Paul-Ehrlich-Instituts, in einem in unvertretbaren Maß zu Thrombosen, an denen einige der Geimpften auch verstarben.

Dass von politischer Seite, wo eben noch der Schutz des Lebens jedes einzelnen Menschen jegliche Schutzmaßnahme bis hin zum totalen Lockdown rechtfertigte, jetzt ein solches Geschehen als hinzunehmender Kollateralschaden apostrophiert wird, stimmt den Betrachter des Geschehens doch recht nachdenklich. Werbung für diese Meinung machen Politik und Medien, die der Öffentlichkeit immer wieder „Experten“ präsentieren. Allen voran der selbstgefällige Epidemiologe und Bundestagsabgeordnete Karl Lauterbach, der äußerst fachmännisch auftretende Virologe Christian Drosten und schließlich als Verkünder der einzigen Wahrheit der Präsident des RKI, Lothar Wieler.

Während die Erstgenannten in ihrer Meinungsbildung anfänglich eher dem Verhalten der Goten in der „Feuerzangenbowle“, die nicht genau wussten, wohin sie eigentlich wollten, ähnelten, war Herr Wieler von jeher ein rigider Vertreter der offiziellen politischen Richtung. Herrn Drosten wurde für seine schließlich doch endlich erlangte Standhaftigkeit immerhin das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Dass die Politik ihre Verantwortung für die getroffenen Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung auf diese Experten abwälzt, wirkt blamabel und offenbart eine erschreckende Unfähigkeit der in der Verantwortung stehenden Amtsinhaber.

Das Versagen bei der Beschaffung des Impfstoffs, hierfür ist in erster Linie neben Gesundheitsminister Spahn die unter der Präsidentschaft Ursula von der Leyens stehenden Europäischen Kommission verantwortlich, und bei der Organisation der Impftermine kommt da nicht unerwartet.

Dieses grandiose Scheitern ist der Ausfluss einer Politik, die Probleme entweder untätig aussitzt oder ihnen mit panischem Tun begegnet. Galt bisher eine zeitnahe Problemlösung als typisch deutsche Tugend, scheint diese von jedem Wirtschaftsmanager geforderte Fähigkeit den Verantwortlichen unseres Staatswesens völlig abhanden gekommen zu sein.  

 

Nun zum Schluss aber noch etwas Positives!
Es ist eingetreten, was bislang für unmöglich gehalten wurde. Dank des COVID-Virus hat Deutschland das Klimaziel für das Jahr 2020 nicht nur erreicht, sondern sogar übertroffen.

Wenn das keine gute Nachricht ist …? Was aber wird, wenn das Virus die Menschheit dahingerafft hat? Ist doch klar! Das Klima wird noch besser!

Jürgen Freder                                                                                  

Goslar, den 18. März 2021