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Jerstedt. "Die niedersächsische Gemeinde Lauenau im Landkreis Schaumburg ist seit Tagen in den Schlagzeilen der lokalen Medien. Das liegt daran, dass dort zuletzt das Trinkwasser bedenklich knapp geworden ist", schreibt Spiegel.de. Weiter heißt es dort: "Im Zuge der Corona-Pandemie verbringen Menschen nicht wie sonst irgendwo in der Ferne ihre Ferien, sondern zu Hause. Und da verbrauchen sie Wasser, viel Wasser. Immer mehr Menschen haben sich einen eigenen Pool zugelegt. Und der will gefüllt werden, zwei mal vier Meter groß - bei einer Wassertiefe von anderthalb Metern sind das 12.000 Liter Wasser".

Rechnet man diese Zahlen einmal auf ganz Deutschland hoch, dann braucht man kein Hellseher zu sein, um unsere Zukunft einzuschätzen.

Jerstedt bezieht sein Wasser von den Harzwasserwerken, diese wiederum verteilen das Wasser aus den umliegenden Talsperren. Betrachtet man sich die Situation etwas genauer, kann es einem schon recht mulmig werden.

Die Granetalsperre ist am 07.08.2020 mit 37,13 Mio. Kubikmetern Wasser gefüllt, der Zulauf mit Frischwasser aus der Grane beträgt 0,05 Kubikmeter in der Sekunde, ABER der Ablauf, also der Verbrauch beträgt 0,12 Kubikmeter in der Sekunde. Rechnet man nun weiter kann man sich ausmalen, wann die Talsperre leer ist. Sicher wird es nicht heute oder morgen dazu kommen, denn es wird ja auch wieder einmal regnen.

Aber nicht Corona und die vielen privaten Schwimmbecken tragen allein die Schuld am Wassermangel! Nein, wir befinden uns mitten in der Klimakrise! Sollte nicht bald ein Umdenken in Politik und Bevölkerung einsetzen, dann müssen wir uns auf schwere Zeiten vorbereiten. Der Jerstedter Dorfbach ächst jetzt schon seit mehreren Tagen unter der Hitze und ist ausgetrocknet. Die Quelle des Jerstedter Baches ist längst versiegt, das Wasser kommt größtenteils nur noch aus dem Ohlbach vom Hohen Bruch. Unser Bach macht uns vor, was uns erwartet, wenn wir die Zeichen nicht erkennen und uns endlich umweltgerecht verhalten. Ob E-Autos die Lösung sind möchte ich bezweifeln, auch die Energie für diese Art der Fortbewegung muss produziert werden, Energie aus Kraftwerken, Kraftwerken, die immer noch größtenteils mit Braunkohle beheizt werden........

So sah der Dorfbach in Jerstedt am 07.08.2020 aus. Foto: Corinna Ahrens

Verheerende Folgen für Fische und ander Lebewesen im Bach. Foto: Corinna Ahrens

Nach einem kurzen Landregen ist der Bach am 10.08.2020 wieder etwas gefüllt. Foto Corinna Ahrens

Foto: Corinna Ahrens

Autor: Manfred Ahrens